Chile

2,5 Wochen Abenteuer Carretera Austral

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14. Januar 2020

Die Carretera Austral (oder auch Ruta 7) ist eine ca. 1350km lange Straße in Chile, die von Puerto Montt nach Villa O´Higgins führt. Vor 1976 war der äußerste Süden Chiles nur mit Flugzeug oder Schiff zu erreichen, da er sehr stark bewaldet ist und die vielen Berge den Zugang erschwert haben. 1976 begann dann schließlich der Bau der Carretera Austral, welcher sich als aufwändigstes und finanziell teuerstes Projekt Chile´s herausstellte. Der Bau ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Stück für Stück werden die noch vorhandenen Schotterstraßen geteert, was zu zahlreichen Baustellen und längeren Wartezeiten auf der Strecke führt.

Die Carretera Austral ist noch weit nicht so touristisch wie andere Teile von Chile. Jedes einzelne Dorf auf der Strecke hat seinen eigenen Charme und du wirst überwältigt sein von so viel unberührter, wunderschöner und atemberaubender Natur.

INHALTSVERZEICHNIS

+++ ANREISE +++

Möchtest du die gesamte Carretera Austral bereisen, gibt es 2 Möglichkeiten:

Entweder von Nord nach Süd (Puerto Montt nach Villa O´Higgins) oder von Süd nach Nord (Villa O´Higgis nach Puerto Montt).
Da unsere Reise im Süden Südamerikas begann und wir uns Richtung Norden hochgearbeitet haben, war der Plan, unser Carretera Austral Abenteuer in Villa O´Higgins zu starten. Nach zahlreichen Internetrecherchen wollten wir unbedingt den Grenzübertritt von El Chaltén nach Villa O´Higgins machen, welcher ziemlich Adrenalin geladen und spannend sein soll und 2 Tage beansprucht. In El Chaltén haben wir uns schließlich GEGEN diesen Grenzübertritt entschieden, da er finanziell sehr teuer ist und viele Kilometer mit dem eigenen schweren Rucksack zurückgelegt werden müssen.

Für den Grenzübertritt brauchst du nämlich folgendes:
1. Bus von El Chaltén zum Lago del Desierto (oder zu versuchst es mit Hitchhiking) = 40km.
2. Boot von der Südspitze zur Nordspitze des Lago del Desierto = 30min (oder du gehst um den See zu Fuß = 12km).
3. Von dort sind es dann 15km zu Fuß bis zur Grenze (ca. 4-6h).
Es gibt die Möglichkeit einen Mann in Candelario Mancilla zu verständigen, der dir für diese Strecke bis zur Grenze das Gepäck mit seinem 4×4 abnimmt (gegen eine Gebühr) und du sie ohne Rucksack läufst.
4. Nach dem Grenzübertritt sind es noch ca. 5km bis zur Candelario Mancilla. Diese Strecke musst du selbst laufen, weil sie nicht mit Auto erreicht werden kann. Dort musst du dann auf die Fähre nach Villa O´Higgins warten.
5. Die Fähre fährt nur 3x/Woche (ca. 2,5h). Du kommst nicht drum herum und musst sie nehmen, um nach Villa ´Higgins zu kommen – sie kostet ca. 80$.
Außerdem kann es auch passieren, dass du ein paar Tage in Candelario Mancilla fest sitzt, weil das Boot nicht kommt aufgrund der Wetterbedingungen oder technischen Gebrechen. Wir haben einen Hitchhiker kennengelernt, der 3 Tage auf das Boot warten musste.
6. Bus von Puerto Bahamondez nach Villa O´Higgins ca. 15min (oder du gehst zu Fuß).

Der Grenzübertritt ist nicht an einem Tag zu bewältigen. Übernachten kannst du entweder an der Nordspitze des Lago del Desierto (gratis) oder in Candelario Mancilla, wo du früher oder später sowieso ankommen wirst.

Nähere Informationen bekommst du auf http://www.cruceglaciares.com

Da wir jedoch unsere schweren Rucksäcke kennen und wir uns das nicht antun wollten, haben wir uns für eine andere Anreise entschieden:

Von El Chaltén haben wir den Nachtbus (mit Chalten Travel) nach Los Antiguos und von dort weiter nach Chile Chico genommen, welcher uns über die Grenze brachte.
Die Fahrt kostet 3050 Pesos/Person (ca. 46€) und beinhaltet einen Snack.
Von Chile Chico fahren ca. 2-3x pro Woche Shuttle Busse nach Rio Tranquilo. Da wir uns die Kosten der Fahrt sparen wollten, haben wir es wieder mit Hitchhiking probiert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du nun die Carretera Austral bereist, das kommt ganz auf deinen Reisestil, wieviel Zeit du zur Verfügung hast und deine Abenteuerlust an. In unserem Fall war es ein Mix aus Hitchhiking und die Fahrt mit Bussen. 


Hier erfährst du nun unseren detaillierten Plan, wie WIR die Carretera Austral bereist haben und welche Touren, Unterkünfte und Restaurants wir empfehlen können.

+++ UNSERE 2,5 WOCHEN AUF DER CARRETERA AUSTRAL +++

Unsere 1. Hitchhiking Erfahrung auf der Carretera Austral

Von Chile Chico wollten wir es am selben Tag noch nach Rio Tranquilo schaffen. Dies stellte sich jedoch als schwieriger raus als vorher angenommen. Unser 1. Auto haben wir nach ca. 1h warten bekommen. Unser freundlicher Fahrer sagte, er könne uns bis ins nächste Dorf Mallin Grande mitnehmen – dieses befand sich immerhin ca. 80km (2h) entfernt. Dieser Ort war so klein, dass ihn Google Maps nicht einmal fand.

Tipp: Lade dir die App Maps.Me runter, diese findet selbst die kleinsten Ortschaften.

Dort angekommen war neben einem kleinen Kiosk wirklich nichts. Wir warteten fast 5h auf ein Auto, welches uns wieder in den nächsten Ort, Puerto Guadal, mitnahm. Es wurde immer später und wir zweifelten immer mehr, ob wir es an diesem Tag noch nach Rio Tranquilo schaffen würden.
Doch wir waren zuversichtlich und machten das Beste daraus. Wir rechneten aus, dass wir es mit max. 2 Mitfahrgelegenheiten schaffen könnten.
Nach ca. 1h nahm uns ein weiteres Auto mit, ein Einheimischer, der uns jedoch nur bis zur Kreuzung/unserem Beginn der Carretera Austral mitnehmen konnte. Von dort weg begannen wir zu gehen und hofften auf eine Auto.
Laut unserer App iOverlander (sehr zu empfehlen) ist es nur etwa 1km bis zu einem Campingplatz. Dort beim Eingang warteten wir erneut auf ein Auto, doch leider kam nichts. Um 21:00 Uhr entschieden wir uns dann beim Campingplatz einzuchecken, welcher sich als die teuerste Unterkunft auf unserer bisherigen Reise entpuppte.


Unterkunft:

Pared Sur Camp – “Kabine” mit Stockbett um 15000 Pesos/Person (ca. 18€)


+ warme Duschen
+ freundliches Personal
– sehr teuer für das, was geboten wird
– Bett war nicht frisch überzogen, Polster fehlte (wir benutzten unsere Schlafsäcke)
– kaltes Zimmer
– kein WLAN
– schmutzige Küche
– Frühstück konnte man dazu buchen für 10000 Pesos (ca. 12€)
Also zusammengefasst war sie nicht nur die teuerste, sondern auch die schlechteste Unterkunft bisher.

Info: Nur das Aufstellen und Schlafen im eigenen Zelt kostet 12000 Pesos (ca. 14€) PRO Person. Darauf hatten wir aber nach 21:00 Uhr keine Lust mehr.


+++ Puerto Rio Tranquilo +++

Am nächsten Tag sind wir früh aufgestanden und haben wieder unser Glück versucht, ein Auto zu bekommen. Obwohl es sehr geregnet hat, hatte keiner Mitleid mit uns. Nach ca. 45min hat uns schließlich das 3. Auto mitgenommen, eine unglaublich freundliche Einheimische. Zu unserem Glück direkt die letzten 50km nach Rio Tranquilo, unserem 1. Ort auf der Carretera Austral. 

Aufenthaltsdauer: 3 Nächte

Ausflugsziele:

Marmorhöhlen

Bist du in Rio Tranquilo, darf ein Besuch der Marmorhöhlen auf keinen Fall fehlen. Sie zählen zu einem der spektakulärsten Naturwunder. Über mehr als 6000 Jahre haben sich durch Strömungen des Lago Generals diese außergewöhnlichen Höhlen gebildet, welche durch ihren Stein, der Farben und das Licht beeindrucken.

Diese Tour buchst du am einfachsten direkt vor Ort in einem der zahlreichen Tourbüros.
Sie befinden sich alle nebeneinander, was das Ganze ziemlich vereinfacht. Die Kosten für diese Tour kosten überall gleich, beim Buchen kommt es dann tatsächlich darauf an, wieviel Kapazität es noch gibt. In der Nebensaison sollte das allerdings kein Problem sein.

Kosten: 10000 Pesos/Person (ca. 12€ für 1,5h).
Es gibt auch die Möglichkeit, die Marmorhöhlen mit dem Kayak zu erkunden.

Exploradores Glacier

Von anderen Reisenden haben wir von dieser Tour erfahren. Auf dem Perito Moreno Gletscher in El Calafate wurden ebenfalls Ice Trekking Touren angeboten, allerdings sehr teuer für eine sehr kurze Dauer. In Rio Tranquilo haben wir uns schließlich FÜR eine entschieden.

Tour: Wir haben sie über den Anbieter 99% Aventura gebucht. Da es ein Problem mit einem der Guides gab, wurden wir mit einer anderen Gruppe zusammengetan. Das war insofern kein Problem, weil diese Agenturen alle in gewisser Weise zusammenarbeiten.
Treffpunkt war um 07:50 Uhr vor dem Büro, wo wir mit einem Rucksack und allen nötigen Materialien ausgestattet wurden.
Die Fahrt zum Gletscher dauerte ca. 1,5h. Dort angekommen mussten wir unseren Helm aufsetzen und konnten unsere Wadenwärmer anlegen.
Die ersten 20min zu Fuß waren bergauf durch den feuchten Dschungel.
Die nächste Etappe führte über viel Geröll und Stein zum eigentlichen Höhepunkt der Tour – das wandern auf dem Gletscher. Dort mussten wir unsere Steigeisen über die Schuhe ziehen und bekamen eine kurze Einführung, wie man mit diesen auf dem Eis geht.

Wir waren sehr zufrieden mit der Tour. Unsere Gruppe hatte 5 Personen und 2 Tourguides. Neben der Wanderung auf dem Eis und in die Höhlen, bekamen wir auch wichtige Informationen über den Gletscher und der umgebenden Natur. Wir hatten auch die Chance ein Stück der Nalca Pflanze (auch Mammutblatt genannt) zu kosten, welche sehr bekannt ist im Süden Chiles und Teilen Argentiniens.
Uns wurde gesagt, dass diese Tour vermutlich schon in ein paar Jahren nicht mehr angeboten werden kann, da der Gletscher zu schnell schmilzt. Messungen besagen, dass er in nicht einmal einem Jahr über 21m zurück gegangen ist, was sehr traurig ist.

Kosten: 80000 Pesos/Person (ca. 92€ für 9h) – beinhaltet einen sehr großzügigen Snack.

Essen:

Casa Bruja (unser bisher bestes Essen in Chile!)

+ exzellentes Ceviche
+ leckere Hauptspeisen
+ tolles/warmes Lokal
+ WLAN
Adresse: Los Chochos 332

Grüner Campervan/Foodtruck

+ frisch zubereitete Empanadas für 1500 Pesos/Stück (ca. 1,7€)
Adresse: Los Chochos Street

Donde Kike

+ gute Hausmannskost
+ WLAN
– unfreundliches Personal
– nicht ganz günstig
Adresse: Dagoberto Godoy 025

Tamara Café
+/- spärliches Frühstück mit Kaffee aus dem Automaten (ca. 4€/Person)
– WLAN nur für Gäste der Hospedaje
Adresse: Dagoberto Godoy 51

Unterkunft:


Camping Rio Chirifo für 5000 Pesos/Person (ca. 6€)

+ netter Besitzer
+ ruhige/geschützte Lage
– Probleme mit dem Wasser (darum zahlten wir nur 4000 Pesos/Person)
– WLAN ist oft abgebrochen

Hospedaje Tamara für 15000 Pesos/Person ohne Frühstück (ca. 17€)
+ gehört zum Tamara Café
+ WLAN (gibt es nur, wenn man dort übernachtet, nicht wenn man dort isst)


+++ Coyhaique +++

Da uns wie gesagt das Hitchhiken auf der Carretera Austral sehr frustrierte, haben wir beschlossen, den Bus von Rio Tranquilo nach Coyhaique zu nehmen. Wir empfehlen den Bus 1 Tag vorher zu buchen, in der Nebensaison geht es auch spontan.
Kosten: 16000 Pesos/Person (ca. 18€ für 5-6h Fahrt).

Coyhaique ist die größtes Stadt auf der Carretera Austral und bietet sich eher als Zwischenstation an, um sich mit Bargeld einzudecken und Einkäufe zu erledigen. Ausflugsziele gibt es dort nicht wirklich, ein Spaziergang im Zentrum ist allerdings sehr nett. 

Aufenthaltsdauer: 3 Nächte

Unterkunft:

Hospedaje Coyhaique für 12500 Pesos (ca. 15€)

+ Nähe Busbahnhof & Zentrum
+ Nähe Unimarc Supermarkt
+ WLAN
+ nettes 3 Bett Zimmer
– Küche leider sehr spärlich eingerichtet (wenig Utensilien zum kochen)

Essen:

Mama Gaucha Pizza
+ Beef Tartare Vorspeise sehr lecker
+ gute Pizzas
+ gutes Bier
+ nettes Personal

Essensstände
+ Für Snack zwischendurch
+ lokal
+ lecker
+ günstig

Einkaufen:

Unimarc
Im großen Unimarc im Stadtzentrum bekommst du alles, was du an Lebensmittel brauchst.

Antigua Granel

+ Plastikfrei einkaufen
+ Wir haben uns mit Bulgur, Quinoa, Yerba Maté und getrockneten Früchten für die Reise eingedeckt
+ manche Sachen günstiger, als im Supermarkt

La Casa del Maté

+ Bist du auf deiner Reise ein Fan von diesem Nationalgetränk geworden, kannst du dich hier mit Maté, Yerba und Bombilla („Strohhalm“) eindecken.


+++ Puyuhuapi +++

In Coyhaique haben wir am selben Tag am Busterminal ein Ticket nach Puyuhuapi gekauft.
Kosten: 8000 Pesos/Person (ca. 9€ für 4-5h Fahrt)

Puyuhuapi ist eine kleine Siedlung am Fjord und Ausgangspunkt zum Queulat Nationalpark. Der Ort wurde 1935 gegründet und hat einen starken deutschen Einfluss aufgrund der damaligen Einsiedler. Eine Spezialität des Ortes ist das Hopperdietzel Bier einer Kleinbrauers.

Aufenthaltsdauer: 3 Nächte

Ausflugsziele:

Aussichtspunkt

Um dir einen ersten Überblick über das schöne Örtchen zu verschaffen, kannst du eine kurze Wanderung machen, von wo du eine schöne Aussicht über Puyuhuapi hast. Der Wanderweg ist in der App Maps.Me eingezeichnet und heißt Sendero Los Canelo. Diese kostet 1000 Pesos/ Person (ca. 1,2€) und muss an den Bauern gezahlt werden, dem das Land gehört. Wussten wir vorher nicht, doch er steht meistens draußen und passt dich ab. Der Weg rauf ist sehr schön und dauert ca. 30min.

Queulat Nationalpark – Hanging glacier

Täglich fährt ein Shuttle um 08:30 Uhr von Puyuhuapi in den Park, die Fahrt dauert ca. 30min und kostet 2500 Pesos/Person (ca. 3€). Um 17:30 Uhr fährt ein Shuttle zurück, der Preis ist der gleiche und wird direkt beim Fahrer gezahlt.

Wir haben uns entschieden, 1 Nacht im Nationalpark zu campen. Ein Erdrutsch machte es uns leider nicht möglich den Shuttle am Vormittag zu nehmen. Nachdem die Straße am Nachmittag geräumt wurde, organisierte uns unser Gastgeber einen Shuttle, der uns schließlich noch am selben Tag in den Park gefahren hat. Der Bus hält beim Parkeingang, wo die Gebühr von 8000 Pesos (ca. 10€) entrichtet werden muss (Stand Jänner 2020). Er fährt dann weiter bis zum Campingplatz.
Campen kostet nochmal 6000 Pesos/ Person (ca. 7€), ein Platz wird dir zugewiesen. Dieser verfügt über einen überdachten Grillplatz und einer Frischwasserstelle.

Tag 1:

Rio Ventisquero

Da der Nationalpark für Tagesgäste um 17:00 Uhr zumacht, wird es zur späteren Stunde sehr ruhig. Da es im Sommer in Chile erst gegen 21:00 Uhr anfängt dunkel zu werden, haben wir uns entschieden noch eine kleine Wanderung zu machen.
Nachdem wir unser Zelt aufgestellt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Mirador, von wo man einen tollen Blick auf den Wasserfall hat. 2km geht es im Dschungel und viel Matsch zum Aussichtspunkt, den wir für uns ganz alleine hatten.

Am Campingplatz angekommen, haben wir uns etwas zum Abendessen gemacht und sind früh ins Bett.

Tag 2:

Sendero Hanging Glacier

Pack deine Sachen zusammen, Check Out ist um 10:30 Uhr. Du kannst deinen großen Rucksack beim Park Ranger am Eingang des Campingplatzes lassen, wo du auch die Gebühr entrichtet hast. Nimm nur deinen kleinen Rucksack mit Wasserflasche, Snack und Kamera mit und mach dich auf den Weg.
Dies ist die populärste Wanderung und dauert ca. 2,5h hin- und zurück. Auch dieser Weg führt durch den Dschungel – ein unglaubliches Gefühl dort zu wandern. Mach dich darauf gefasst, dass beim Aussichtspunkt einige Touristen sein werden. Bei schönem Wetter lässt es sich dort aber gut aushalten. Nimm dir etwas zu essen mit und mach dort Mittagspause (in unserem Fall haben wir Polenta vorbereitet und oben gegessen).
Wieder unten angekommen, holst du deinen Rucksack ab. Um 17:30 Uhr geht ein Shuttle zurück nach Puyuhuapi. Oder mach es wie wir und hitchhike deinen Weg zurück. Viele Tagestouristen übernachten in Puyuhuapi oder fahren noch weiter nach Norden, die Chancen sind groß, mitgenommen zu werden.

Unterkunft:

Hosteria Don Claudio für 10000 Pesos/Person inkl. Frühstück (ca. 12€)

Diese Hosteria haben wir über iOverlander gefunden!
+ Beste Unterkunft bis jetzt
+ Familienbetrieben
+ Tolle 2 Bett-Zimmer
+ Sehr sauber
+ Private Küche durfte man zum kochen benutzen
+ Gepäck konnten wir während unseres Aufenthaltes im Nationalpark dort lassen

Essen:

Mi Sur

+/- Ceviche
+ gute Fischsuppe
+ gutes Bier (Hopperdietzel)
+ ausgezeichneter Pisco Tour
– preislich etwas hoch


+++ La Junta +++

Dem Hitchhiken wollten wir nochmal eine Chance geben, also sind wir ca. 30min zum Ende des Dorfes gegangen, da es dort leichter sein soll ein Auto zu erwischen. Unser Ziel war es, von Puyuhuapi nach Futaleufu zu kommen. Leider wollte es überhaupt nicht funktionieren. An dem Tag haben wir insgesamt 9h gewartet und wurden von 1 Auto mitgenommen für eine 45min Strecke von Puyuhuapi nach La Junta.
La Junta diente uns nur als Zwischenstation. Wir haben nach der Ankunft ein Busticket für nächsten Tag nach Santa Lucia gebucht, von wo wir den Bus nach Futaleufu nehmen wollten.

Aufenthaltsdauer: 1 Nacht

Unterkunft:

Residencial Dominguita 10000 Pesos/Person (ca. 12€)
Diese Unterkunft haben wir über iOverlander gefunden!
+ bequeme Betten
+ bieten Essen haben, haben wir aber nicht in Anspruch genommen
+ gegenüber ein kleiner Kiosk
– Zimmer haben komisch gerochen

Essen:


Mi Casita de Té
+ Menü mit Suppe (2 zur Auswahl), Hauptspeise (5 zur Auswahl) und Nachspeise (2 zur Auswahl) für 8000 Pesos/Person (ca. 9€).


+++ Santa Lucia +++

Von La Junta haben wir den Cardena Bus um 7:00 Uhr nach Santa Lucia genommen.
Kosten: 2500 Pesos/Person (ca. 3€ für 1h Fahrt).
Dort versuchten wir ein Auto nach Futaleufu zu bekommen, was sich wieder als sehr schwierig herausstellte.
Tipp: Solltet ihr auch in La Junta feststecken, empfehlen wir euch den Bus nach Chaiten zu buchen und von dort nach Futaleufu zu fahren. Die meisten Busse fahren nämlich von dort weg und du musst nicht in Santa Lucia warten. Vor allem sind die Busse meist voll die dort vorbei kommen, ist uns ebenfalls passiert. Der Bus der um ca. 14:00 Uhr vorbeikam war voll, eine nette Dame hat allerdings den Busfahrer und die Insassen überredet, für uns Platz zu machen. Dank ihr konnten wir mitfahren und einige Fahrgäste sind sogar im Bus gestanden.
Kosten: Bus von Santa Lucia nach Futaleufu 2000 Pesos/Person (ca. 2,5€ für 2,5h Fahrt).

Info: Der gesamte Ort verkauft KEINEN Alkohol! 🙂

Essen:

Casa del Comida
+/- sehr einfaches Frühstück mit löslichem Kaffee und selbstgemachten Apfeltaschen
+ Gegenüber gibt es einen Minimarket, der hausgemachte Empanadas verkauft für 1800 Pesos/Stück (ca. 2€) – beste Empanadas bis jetzt, waren sehr groß und sättigend.


+++ Futaleufu +++

Futaleufu befindet sich nicht offiziell auf der Carretera Austral und ist ein weniger bekannter Hotspot für Rafting, Kayak und Trekking. Auf dem Weg Richtung Norden wollten wir diesen Ort unbedingt besuchen, um an einer Raftingtour teilzunehmen, da der Futaleufu River vor allem unter
Extremsportlern sehr bekannt ist.

Aufenthaltsdauer: 3 Nächte

Ausflugsziele:

Rafting Futaleufu River

Touranbieter: Patagonia Elements BAR 50000 Pesos/Person (ca. 58€), mit Kreditkarte 55000 Pesos/Person (ca. 64€) für eine 4h Tour.
Bei dieser Tour handelt es sich um die kürzeste Variante (Bridge to Bridge). Es gibt auch die Möglichkeit, an längeren Touren auf dem River oder auch an Rafting Safaris von mehreren Tagen teilzunehmen.

Um 14:00 Uhr war Treffpunkt beim Tourbüro im Ort. Mit einem Bus sind wir ca. 45min zum Start der Tour gefahren und wurden erstmal mit Neopren & Co ausgestattet. Die 17 Personen wurden in 3 Gruppen zu jeweils 5-6 Personen auf die Boote aufgeteilt. Im flachen Wasser bekamen wir die nötigsten Sicherheitsanweisungen und Kommandos. Wir waren ca. 1h im Wasser und kämpften gegen 12 Stromschnellen (Rapids) an.
Nach der Tour wartete ein Snack auf uns und der Kameramann hat die geschossenen Fotos bearbeitet und für uns abgespielt.
Während der Tour werden nämlich Fotos gemacht, die man im Anschluss kaufen kann.
Der Verkauf ist PRO Boot: 20000 Pesos (ca. 23€) (4000 Pesos/Person bei 5 Leuten im Boot = ca. 5€).
Um ca. 19:00 Uhr waren wir wieder zurück in Futaleufu. 

Wir können euch die Tour nur wärmstens empfehlen. Es hat einen riesen Spaß gemacht, gegen die Strömung anzukämpfen, obwohl wir 1x eine ordentlicher Wasserlandung hinlegten. Mach dich auf einen ordentlichen Muskelkater gefasst. 🙂

Sendero Piedra del Aguila

Dieser Wanderweg startet mehr oder weniger direkt von unserem Campingplatz. Der Weg dorthin war zu Beginn weniger spektakulär, weil er viel über eine Schotterstraße führt und es wenig Schatten gibt. Das letzte Drittel ist dann sehr steil, wird jedoch belohnt mit einer atemberaubenden Aussicht. Zum Sendero Piedra del Aguila sind es ca. 2,5h.
Für die letzten 300m müsste man 1000 Pesos (ca. 1,2€) Eintritt zahlen, da es ein Privatgrundstück ist, es war aber an dem Tag keiner dort zum kassieren.

Unterkunft:

Camping Nativo 5000 Pesos/Person (ca. 6€).
+ sehr gepflegt
+ Aufenthaltsraum mit Tischfußball
– Küchenutensilien sehr wenig vorhanden (kein Geschirr/Besteck), nur 1 Pfanne, 1 Topf, Gasherd funktionierte 1 Tag nicht, haben sie gleich in Ordnung gebracht
+ toller Garten
– Laute Nachbarschaft mit Hunden, Hühnern, etc. – mit Ohropax kein Problem, wir waren 3 Tage die einzigen auf dem Campingplatz
+ Tolle Terrasse hinter Garten, wo man am Abend bei einem Bierchen ausklingen lassen kann.

Essen:

Sur Andes
+/-Hausmannskost, 2 Speisen zur Auswahl
– Bier sehr teuer

El Pueblito

+ Venezolanisch: Arepas (= gefüllte Maistaschen), 1500 Pesos/Stück (ca. 1,8€), sehr lecker
+ Peruanisch: Vorspeise Lachs Ceviche (sehr lecker!!!) Hauptspeise Aji de Gallina = Reis mit Fleisch (Curry) und Pommes. Sehr gut, etwas teuer mit 28000 Pesos zusammen (ca. 33€).


+++ Chaiten +++

Von Futaleufu haben wir den Cardena Bus um 6:00 Uhr nach Chaiten genommen.
Kosten: 2300 Pesos/Person (ca. 3€ für 3h Fahrt).

Chaiten diente für uns mehr als eine Zwischenstation, da wir bereits sehr knapp mit der Zeit waren und wir bis 20.12. in Bariloche sein mussten.
Hast du mehr Zeit, würden wir dir empfehlen den Chaiten Vulkan zu besteigen, für welcher der gleichnamige Ort bekannt ist. 2008 ist dieser das letzte Mal überraschend ausgebrochen und hat die Stadt unter einer Ascheschicht begraben. Die Stadt hat sich aber einigermaßen gut erholt und viele Bewohner sind wieder zurückgekehrt. Heute kann man auf den seit 2013 inaktiven Vulkan gehen, die Wanderung dauert ca. 4h.

Aufenthaltsdauer: 1 Nacht

Unterkunft:

El Quijote für 12500 Pesos/Person mit Frühstück (ca. 14,5€).
Diese Unterkunft haben wir über iOverlander gefunden!
+ gute Lage in der Nähe der Bushaltestelle
+ 2 Bettzimmer mit Gemeinschaftsbad
+ WLAN
– laute Musik vom Restaurant bis ca. 23:00 Uhr


+++ Puerto Montt/Puerto Varas +++

Wir haben den Bus von Chaiten nach Puerto Montt um 11:00 Uhr genommen. Dieser fährt jeden Tag und kostet 20000 Pesos/Person (ca. 23€). Die Fahrt dauert ca. 9h und inkludiert 3 Fährüberfahrten.

Um ca. 21:00 Uhr sind wir in Puerto Montt angekommen. Da wir dort nicht bleiben wollten, ging unsere Reise gleich weiter nach Puerto Varas. Die Collectivos fahren alle 10min und kosten 900 Pesos/Person (ca. 1€). Die Fahrt dauert lediglich 15min.

Ausflugsziele:

Spaziergang durch die Stadt

Puerto Varas eignet sich wunderbar zum herumschlendern und um die Aussicht zu genießen, vor allem rund um den Hafen ist es sehr schön.

Ausflug nach Frutillar

Ca. alle 10min fahren Collectivos in den Ort Frutillar, welcher sich ca. 45min südlich von Puerto Varas befindet. Dort kannst du einen halben Tag am Strand verbringen und die Ruhe und Aussicht auf den Osorno Vulkan genießen. Gegenüber vom Strand kannst du dir einen Pisco Sour gönnen.

Pablo Fierro Museum

Etwa 500 m von Puerto Varas entfernt liegt dieses verrückte, komische, verschachtelte und doch originelle Haus. Der Eigentümer hat über Jahre hinweg sämtlichen Krimskrams zusammengetragen und daraus ein Museum gemacht. Der Eintritt ist frei, eine freiwillige Spende ist erwünscht.
Wenn sein gelber Bus vor der Haustür steht, ist das Museum offen.

Puntilla Aussichtsplattform

Von dort hat meinen einen wunderbaren Ausblick auf den Vulkan Osorno. Tipp: Zum Sonnenuntergang dort sein.

Unterkunft:

Hostel Vermont
für 12000 Pesos/Person mit Frühstück (ca. 14€)

+ sehr nettes Personal
+ sehr sauber
+ gutes Frühstück
+ 8 Bett Zimmer – sehr sauber, bequeme Betten

Wir würden dir empfehlen, eine Unterkunft in Puerto Varas vorzubuchen. Wir sind erst sehr spät angekommen und mussten erst eine Unterkunft suchen, leider waren schon viele voll.

Essen:

Café Barista (waren 2x dort)

+/- Ceviche
+/- Beef Tartare
+ Empanadas
+ Pisco Sour
+ super Stimmung

Fangon las Buenas Brazas 

+ gute und günstige Austern (bestellst du eine Hauptspeise, bekommst du welche „gratis“ als Vorspeise)
+ nettes Personal


+++ Wichtige Infos zur Carretera Austral +++

– Sei nicht überrascht, dass in jedem Dorf unzählige Hunde ohne Leine herumlaufen. Viele, von denen du es nicht glaubst, haben Besitzer, andere wieder nicht. Sie sind alle sehr zutraulich, freundlich und freuen sich einfach, wenn ihnen jemand Aufmerksamkeit schenkt. 🙂

– Chile ist ein sehr sicheres Land. Wir hatten NIE Sorge um unsere Sicherheit. Auch die Campingplätze sind sehr sicher. Wir hatten oft unsere Wertsachen im Zelt und uns wurde nie etwas gestohlen (*3x auf Holz geklopft).

Bargeld solltest du dir VOR deiner Reise auf die Carretera Austral besorgen. Viele Restaurants und Geschäfte nehmen heutzutage schon Kreditkarten. Uns ist es aber auch ein paar Mal passiert, dass die Karte nicht akzeptiert wurde obwohl es groß in der Auslage geschrieben stand. Am Besten vor einem Restaurantbesuch oder an der Kassa des Geschäftes fragen, ob Kreditkarte akzeptiert wird.

MUST TRIES sind
– Nalca Pflanze
– Ceviche so viel es geht
– Pisco Sour bis zum abwinken
– Zumindest 1x Hitchhiken 😉

Wir hoffen, dir mit unserer Reise auf der Carretera Austral ein bisschen Geschmack gemacht zu haben – für uns war es eine absolut grandiose Zeit, die wir nicht mehr missen möchten.

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Steffi & Rafael
Vienna, Austria

Hallo, servas, griaß di! Wir sind Steffi & Rafael aus Österreich und reisen seit Oktober 2019 durch Südamerika. Nachdem wir in Wien sowohl Job und Wohnung aufgegeben und unser ganzes Hab und Gut in Kisten verpackt haben, erkunden wir jetzt die Welt - auf unserem Blog, auf Instagram und auf Facebook kannst du uns bei unserem Abenteuer begleiten!

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